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Fakten und Zahlen des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2020

Corona

Die gesamte Weltwirtschaft stand 2020 unter den Einflüssen der Corona-Pandemie. Im metallurgischen Maschinen- und Anlagenbau hat Corona die strukturellen Änderungen der Marktgegebenheiten beschleunigt.

An erster Stelle stand für uns der Schutz unserer Mitarbeitenden. Ab Februar trat ein interner Krisenstab zusammen und ließ schnellstmöglich Mitarbeitende aus Wuhan evakuieren. Durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket im gesamten Unternehmen konnten wir Infektionsketten und Schließungen von Betrieben vermeiden.

Daneben haben wir das Ziel verfolgt, die finanziellen Auswirkungen auf ein Minimum zu begrenzen. So haben wir Ersatzinvestitionen weitgehend verschoben, Kurzarbeit nach jeweiliger Landesregelung eingeführt, Überstunden abgebaut, Homeoffice-Lösungen angeboten und die Personalkapazitäten an verschiedenen Standorten zurückgefahren.

Stahlmarkt

Nach dem Rekordhoch 2018 sank das Preisniveau für Stahlprodukte das zweite Jahr in Folge. Die weltweite Rohstahlproduktion fiel im Jahr 2020 um –4,2 % unter das Vorjahresniveau. Der größte Einzelmarkt China konnte mit einem Wachstumsplus von circa 2,0 % die großen Einbrüche in Indien (–13,2 %), in den USA (–18,7 %), Europa (–18,1 %) und vielen anderen Regionen nur bedingt ausgleichen. Aufgrund des Produktionsrückgangs hat sich die Auslastung der Stahlhersteller verschlechtert, was sich wiederum negativ auf ihre Investitionstätigkeit auswirkte.

Aluminiummarkt

Die weltweite Primäraluminiumproduktion zeigte sich unbeeindruckt von den Entwicklungen der Corona-Pandemie. Sie bewegt sich mit 65,3 Millionen Tonnen leicht über dem Vorjahresniveau (63,7 Millionen Tonnen). Rückläufige Produktionsentwicklungen in Europa (–1,6 %) und im sonstigen Asien (–5,9 %) konnten insbesondere durch einen Produktionsanstieg in Nordamerika (+4,4 %) sowie in China (+4,4 %) überkompensiert werden, wo über die Hälfte des gesamten Produktionsvolumens erzeugt wurde.

Anlagenbau

Vor dem Hintergrund der fortwährenden Corona-Krise haben Stahlhersteller und -weiterverarbeiter im Jahr 2020 weniger Investitionen getätigt. Modernisierungen stehen in den Auftragsbüchern an oberster Stelle. Dabei forciert das weltweit wachsende Umweltbewusstsein ressourcen- und umweltschonende Verfahren und Prozesse. Systemlösungen zur Vermeidung von CO2-Emissionen, zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung bilden die Basis für Neuinvestitionen. Auch die Digitalisierung kann den Produktionsprozess bei unseren Kunden kostengünstiger und umweltfreundlicher machen.

Trends in der Metallindustrie

Der Strukturwandel in der Stahlindustrie schreitet schnell voran. Während große Investitionen in zusätzliche Kapazitäten und Greenfield-Anlagen seltener werden, gewinnen Modernisierungen und Serviceleistungen an Bedeutung.

Die Metallindustrie fokussiert sich in besonderem Maße auf die Themen

  • Green Steelmaking und Dekarbonisierung der Stahlindustrie
  • Digitalisierung und Automation
  • 3D-Druck als neues Fertigungsverfahren
  • Optimierung der Produktionskapazitäten

Diese Themen stehen auch bei unserer Entwicklungsarbeit im Mittelpunkt. Im Geschäftsjahr 2020 haben wir 89 Millionen Euro für allgemeine Entwicklungen sowie für konstruktionsnahe Weiterentwicklungen unserer Produkte aufgewendet; das entspricht 3,2 % unseres Umsatzes.

Icon: SMS group: Weltkugel mit Linien, umrahmt von 2 entgegengesetzten Pfeilen zur regionalen Verteilung des Umsatzes der SMS group 2020

Umsatz

Der im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Umsatz in Höhe von 2.745 Millionen Euro liegt 190 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau (2.935 Millionen Euro). Unsere Prognose eines nahezu gleichbleibenden Umsatzes konnten wir insbesondere aufgrund der Corona-Pandemie nicht vollumfänglich erreichen.

Im metallurgischen Anlagenbau lag der Umsatz im Geschäftsjahr 2020 mit 2.516 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert (2.669 Millionen Euro). Auch der Umsatz im Servicegeschäft war rückläufig, und belief sich auf 645 Millionen Euro (Vorjahr: 713 Millionen Euro).

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wiesen unsere Industriebeteiligungen elexis einen Umsatz in Höhe von 179 Millionen Euro aus (Vorjahr: 206 Millionen Euro) und die Elotherm einen Umsatz in Höhe von 56 Millionen Euro (Vorjahr: 65 Millionen Euro).

Icon: SMS group: Abgehakter Notizzettel mit Linien zum Ergebnis (Cashflow)

Ergebnis

Die Folgen der Corona-Pandemie sowie Rückstellungen für die Restrukturierung in Deutschland haben unser Ergebnis belastet. Vor diesem Hintergrund hat die SMS group einen deutlichen Verlust verbucht: Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei –165 Mio. Euro (Vorjahr: 64 Millionen Euro). Wir konnten unsere Prognose hinsichtlich eines nahezu gleichbleibenden Ergebnisses vor Steuern auf Vorjahresniveau nicht bestätigen.

Icon: SMS group: Aufsteigendes Balkendiagramm zum Cashflow

Liquidität

Die Sicherung der Liquidität genießt weiterhin oberste Priorität. Wir konnten deutliche Verbesserungen bei dem Management unseres Working Capital erzielen, insbesondere bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit ist von 68 Millionen Euro im Vorjahr auf jetzt 106 Millionen Euro angestiegen.

Obwohl unsere Gruppe größtenteils eigenfinanziert ist, haben wir aufgrund der Corona-Pandemie vorsorglich eine Kreditlinie eingerichtet. Unabhängig davon erhöhten sich die flüssigen Mittel gegenüber dem Vorjahr um 46 Millionen Euro auf 742 Millionen Euro (Vorjahr: 695 Millionen Euro). Die branchenüblichen erhaltenen Anzahlungen werden über Bankgarantien abgesichert. Der Anteil genutzter Aval- und Kreditlinien beträgt rund 37 %.

Icon: SMS group: 2 Zahnräder zum Auftragseingang

Aufträge

Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag unser Auftragseingang Corona-bedingt mit 1.885 Millionen Euro um 1.269 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert (3.154 Millionen Euro). Da dieser Wert unter dem Umsatz liegt, reduzierte sich unser Auftragsbestand auf 3.028 Millionen Euro zum Jahresende. Bei der Auftragsentwicklung zeigte sich das Wachstumsfeld Technischer Service robuster als die anderen Bereiche und Beteiligungen. Der Serviceanteil am gesamten Auftragsvolumen ist auf 35 % (Vorjahr: 23,5 %) gestiegen. Wir erweitern unser Leistungsangebot, um weiter im Servicegeschäft zu wachsen. Auch bei der Digitalisierung von Anlagen haben wir durch unsere technische Expertise einen Wettbewerbsvorteil gegenüber reinen Softwareanbietern, der unabdingbar für viele Leistungen im Anlagenbereich ist. Zudem schließen wir vermehrt leistungsbezogene Verträge mit Kunden ab. Bei diesem Geschäftsmodell basiert unsere ergebnisabhängige Vergütung auf dem Wert der zusätzlich erzielten Leistung des Kunden.

Icon: SMS group: 4 Kreise mit nach oben ausgerichtetem Pfeil zur Investitionstätigkeit

Investitionen

Um die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie einzudämmen, haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr die Ersatzinvestitionen reduziert. Gleichzeitig haben wir Chancen für strategische Zukäufe und Beteiligungen genutzt. Deshalb ist der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit auf 83 Millionen Euro angestiegen. Das Investitionsvolumen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betrug 58 Millionen Euro (Vorjahr: 39 Millionen Euro). Die Erhöhung steht in Zusammenhang mit dem Bau des neuen Campus am Standort Mönchengladbach sowie der neuen Unternehmenszentrale der zur SMS group gehörenden BST Eltromat International GmbH. Des Weiteren haben wir in zusätzliche Netzwerk- und Serverkapazitäten bzw. IT-Equipment investiert, um die Arbeit aus dem Homeoffice sicherzustellen.

In sonstige Unternehmensbeteiligungen und Wertpapiere des Anlagevermögens haben wir 32 Millionen Euro (Vorjahr: 23 Millionen Euro) investiert. Demgegenüber stehen Erlöse aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 28 Millionen Euro (Vorjahr: 17 Millionen Euro).

Icon: SMS group: Notizzettel zeigt verschiedene Diagramme zu Akquisitionen

Akquisitionen

Wir nutzen auch gezielte Akquisitionen, um unsere Position im Maschinen- und Anlagenbau zu stärken. So haben wir etwa unser Produktspektrum bei Strangpressanlagen und Schmiedepressen durch den Erwerb des italienischen Unternehmens Hydromec S.r.l. und durch die Aufstockung unserer Anteile bei OMAV S.p.A., Italien, erweitert. Beide Unternehmen können ihr Produktportfolio über das globale Netzwerk der SMS group vermarkten.

Mit dem Erwerb des brasilianischen Unternehmens Vetta Tecnologia S.A. haben wir unser Digitalisierungsgeschäft um den Bereich Energie und Nachhaltigkeit erweitert. Er ist für die gesamte Stahl- und Metallindustrie von großer Bedeutung, da er einen erheblichen Einfluss auf die Rentabilität besitzt und einen wichtigen Hebel zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks darstellt.

Zudem haben wir die Anteile an der Esmech Equipment Private Limited, Indien, aufgestockt.

Icon: SMS group: Umriss eines Kopfes und Schulter einer Person zu Mitarbeitern

Mitarbeitende

Durchschnittlich waren im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 in der SMS group 14.258 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 13.793) beschäftigt. Dieser moderate Anstieg geht im Wesentlichen auf den Erwerb der Vetta Tecnologia S.A. und die Akquisitionen im Schmiedebereich zurück.

Bei elexis und Elotherm reduzierte sich die Zahl der Mitarbeitenden leicht auf 1.530 (Vorjahr: 1.563).